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21. Mai 2013 2 21 /05 /Mai /2013 20:09

Weidhüttli im Ringgis, 3536 Aeschau

 

Vor 32 Jahren wohnte ich noch in Lausanne und unsere Kinder hatten grosse Freude jeweils einige Ferientage im Weidhüttli im Emmental zu verbringen. Sie sagten jeweils “gehen wir Indianerlis spielen”. Als die zwei Buben grösser wurden und mehr an Geburtstagspartys und Velotöfflitouren interessiert waren, stand das Weidhüttli jetzt seit mindestens 25 Jahre leer.

 

Letztes Jahr nun haben meine Grosskinder Théo und Luna mit viel Enthusiasmus geholfen alles Alte auszuräumen und freuten sich zum Abschluss auf der Feuerstelle neben dem Hüttli zu kochen und unter dem Haselstrauch zu essen. Später hat mich eine junge Familie gefragt ob dieses Hüttli zu mieten wäre. Leider konnte ich dies nicht bejahen, da das umliegende Land bewirtschaftet wird und kleinen Kindern kann man schwerlich verbieten im schönen Gras rumzuhüpfen und dann ist da noch Ballspiel, Federball etc. Auch jemand mit 3 Hunden hat sich interessiert, was natürlich wegen den umliegenden und bewirtschafteten Wiesen mit Problemen enden würde.

 

Aber ich habe doch angefangen nachzudenken und habe überlegt dass vielleicht doch Nachfrage für so ein einfaches Hüttli am Waldrand besteht. Da habe ich das Hüttli geputzt, die Böden gewichst, den Steinhaufen, welcher als Aussensitzplatz dient, vom Gras befreit und auch einen Platz fürs Chemie-WC eingerichtet. Wohnen ist zwar nicht erlaubt (Landwirtschaftszone), aber an schönen Tagen draussen und an Regentagen drinnen zu verweilen ist für ruhesuchende Personen ideal. Sehrwahrscheinlich wird sich auch niemand daran stossen wenn jemand ab und zu auf dem “Heubödeli” schläft.

 

  

 

Huttli-sudwand.jpgweidh.-nordansicht.jpg

 

Huttli-von-oberer-Strasse-aufgen-jpg

 

innen-gen-suden.jpg

 innen-gen-norden.jpg

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7. Februar 2011 1 07 /02 /Februar /2011 20:32

Leider habe ich im Sommer 2009 nicht geschrieben.

 

Wir haben noch weiter an dem Klleinbauernhaus im Ringgis, 3536 Aeschau, gearbeitet. Das Haus ist zwar fertig, aber "dieTüpfelchen auf dem i" fehlen noch.

 

Da ist uns dann ein Kaufangebot vom Kanton Bern für ein 300jähriges, holzschindelgedecktes Haus im Dorf Eggiwil über den Weg gelaufen und dieses Objekt konnten wir uns nicht entgehen lassen.

 

Den ganzen Sommer 2010 haben wir dann das Sigristhaus in Eggiwil renoviert. Wir hatten und haben immer noch viel Freude daran, obwohl uns die Denkmalpflege viele Vorgaben machte und wir letztendlich nicht das Schmuckstück daraus machen konnten welches uns vorschwebte. (Laut Denkmalpfleger ist das Haus in der höchsten Stufe als geschützt eingetragen). Die mächtige Kaminhutte mitten im Haus musste sehr teuer renoviert werden und nimmt auf 2 Etagen viel Platz weg. Für das "Plumpsklo" im Garten musste ja Platz gefunden werden für ein Bad, ein separates WC und eine moderne Küche im Haus. Jedoch haben wir das Haus nach Gebäudeprogramm des Kantons isoliert (18 cm Steinwolle auf 12 cm Holzwand), vorgeschriebene Fenster eingebaut und eine effiziente Luft-Wärmepumpe installiert (Bodenheizung). Alle elektrischen und sanitären Leitungen und Installationen sind neu und von Fachleuten eingebaut. Das Dach wurde wegen dem Hagelunwetter von Sommer 2009 komplett mit neuen Holzschindeln eingedeckt.

 

Für das Sigristhaus habe ich keinen Blog geschrieben, da ich mir nicht erlauben darf, meine Enttäuschungen über die Denkmalpflege öffentlich zu beschreiben.

 

Im Sommer 2011 werden wir erst das Sigristhaus fertig umbauen und es dann zur Miete oder Kauf anbieten.

 

Danach geht es weiter im Ringgis, damit unser jetziges zuHause noch den letzten "Schliff" erhält.

 

 

Bis später vielleicht wieder einmal

Therese Poncioni-Hiltbrunner

 

 

 

 

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23. Februar 2010 2 23 /02 /Februar /2010 18:51
Wir haben das Haus weiter und fertiggebaut.

Für den Blog hatte ich noch keine Zeit (oder war zu faul um den Sommer 2009 zu dokumentieren).

Vielleicht kommt's noch........

(t.poncioni@bluemail.ch)
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13. November 2008 4 13 /11 /November /2008 23:32

 

Mitte Sommer wurde es einfach heiss und da Rolf eigentlich die groben Arbeiten verrichtete (derweil ich sehr oft bloss mit Farbkübel, Abdeckband, Pinsel und schrecklich bekleckerten Kleidern rumlief) sehnte er sich nach einem Bad. Den Güllenkasten (Jauchegrube unter dem Misthaufen) hatten wir ja schon mit Aushub der Tenne bis auf 40 cm aufgefüllt. Darauf hatten die Maurer ein Armierungsgitter gelegt und eine Betondecke angebracht. Wir hatten dort jetzt 16 m2 30 cm tiefes Wasser und neben einem grossen Wurzelstock aus dem Wald konnten wir Seerosen, Schilf, Dotterblumen und alles was wir an Bachrändern fanden, pflanzen. Alles gedieh prächtig. Nun gibt es heutzutage „Schwimmteiche“ wo das Wasser vom Schwimmbereich durch einen Wasser-Pflanzengarten fliesst und sich dadurch säubert.

Die Idee war da und wir hatten ja noch die Jauchegrube gleich daneben. 8 Meter lang, 2 Meter breit, 1.4 Meter tief. Die Jauche war im Vorjahr schon von einer Spezialfirma entnommen worden, samt Bodensatz. Na ja, wir haben dann aber noch mindestens 50 Eimer Bodensand rausgehoben (Rolf unten am schaufeln, ich oben am ziehen und ausleeren). Danach haben wir die ganze Grube mit einem Hochdruckreiniger geputzt und auch noch einiges abgescharrt. Mit Javelwasser desinfiziert und nochmals gefegt. Unser Brunnen langt für den Haushalt, aber um 20 m3 Wasser einzufüllen hat es dann doch 10 Tage gedauert. Unser Brunnen führt bloss das Wasser unserer Quelle welches wir im Haushalt und Garten nicht benötigen. Später kam das Problem mit der Algenbildung. Unsere Pflanzen im Wassergarten waren noch klein. Das Wasser ist hier sehr kalkhaltig was wiederum Nahrung für die Algen ist und zu allem hat uns die Umwälzpumpe während den schönsten und wärmsten Tagen einen Streich gespielt. Aber Rolf liess sich nicht beirren, wenn er zu heiss hatte beim Arbeiten leistete er sich ein Bad und hatte daran soviel Freude wie in seinem schön blauen Chlorschwimmbecken welches er in seinem vorigen Haus hatte (wir sind kein Ehepaar sondern 2 verwitwete Leutchen die sich mögen und jetzt zusammengezogen sind). Jetzt hoffen wir, dass sich in den 2 Becken im Sommer 2009 das Gleichgewicht Wasser+Pflanzen einpendeln wird. Auf jeden Fall haben wir diesen Sommer schon Libellen gehabt und eines morgens flüchtete sogar ein Frosch vor mir durch einen Sprung von der Terrasse in den „Schwimmteich“. Nicht zu vergessen die Vögel, die baden, spritzen und sogar um den besten Platz im seichten Wasser der Pflanzen zanken!

Die Terrasse ist auch so ein Kapitel. Die Stalldecke war ja aus Douglas (ein sehr resistentes Holz auch für draussen geeignet). Die Bretter waren von 1974 und nach fleissigem Fegen wie neu. Die Balken desgleichen. Unser Zimmermann, er muss es ja wissen, hat uns aber abgeraten davon etwas im Haus einzubauen. Sobald geheizt werde, könnten die Hölzer noch Jahrelang Stallgeruch ausdünsten. Da war doch eine schöne Holzterrasse vorgegeben! Und die haben wir dann auch gebaut und ein Mittagsschläfli,oder abends ein Buch lesen da draussen, mit der schönen Aussicht auf Eiger-Mönch-Jungfrau ist das höchste.

Die nächste Bau-Etape, eigentlich das Unangenehmste, war die Kellerdecke isolieren. Im alten Wohnzimmer und Schlafzimmer war ein neuer Boden auf den alten genagelt worden. Eine Heidenarbeit diesen wegnehmen da alle 20 cm ein verzinkter 8 cm Nagel eingeschlagen war. Mit den Jahren sassen die Nägel so fest dass ich einen Geissfuss (Stemmeisen) benutzen musste. Da kamen die Rücken- und Knieschmerzen vom Frühling während der Fliesenarbeit zurück.

Wir wollten den alten, sehr abgelaufenen Boden behalten. Die Bretter sind zwischen 25 und 35 cm breit und schön ausgewaschen. Wir wissen nicht ob von 100-jahrelangem Fegen mit Seifenlauge oder vom 100-jahrelangem Begehen. Im Wohnzimmer war es unumgänglich die höchsten Buckel (Aeste laufen sich ja nicht ab, da dies Holz viel härter ist) wegzuhobeln. Ansonsten kein Stuhl ohne zu wackeln stehen würde. Mit viel Lauge und Fegen haben wir den Boden schön sauber gekriegt und aus den cm-breiten Zwischenräume habe ich mit einem Schraubenzieher den 150jährigen Hausstaub ausgekratzt.

Da wir diesen Boden behalten wollten musste die Isolation im Keller angebracht werden. Der Keller ist feucht da Bergfluss die hintere Wand nass hält. Deswegen haben wir uns entschlossen, an die Decke zwischen den Balken 16 cm starke Styroporplatten anzubringen (so dick waren die Balken). Schafwolle traute ich dann doch nicht zu verwenden für einen feuchten Raum . Wir bekamen von der Lieferfirma eine Schneidmaschine mit heissem Draht geliehen und haben dann 2 Tage lang Platten zugeschnitten und diese an der Decke angebracht. Der Keller war auch gleich viel heller dank der jetzt weissen Decke.

Eine Etage höher mussten wir danach die alten Wandverkleidungen rausreissen und wieder kamen riesige Wespennester zum Vorschein. Merkwürdigerweise auf der Westseite keine einzige Spur von Mäusen. Ob die Wand immer dicht war oder ob sonst etwas nicht passte (vielleicht eine unterirdische Wasserader ? Tiere merken doch so was!?). Wieder Holzeinbau um alle Zwischenräume zu füllen und danach 12 cm starke Hölzer um die 12 cm dicken Schafwollmatten anzubringen.

An einem Wochenende kam dann mein Sohn Patrick zu Besuch und half die Zimmerdecke rauszunehmen. Mit Hilfe von Axt, Stemmeisen und Kreissäge haben wir alle es geschafft die Decke, welche zugleich Boden der oberen Zimmer war, rauszunehmen. Da zwischen jedem Brett uralter Staub lag, hatten wir danach auf dem unteren Boden doch eine zirka 1 cm hohe Staub- und Dreckschicht. Und in allen Zimmern war alles megastaubig weil wir in dem Haus keine Türen einbauen, Ausnahme: das Gäste-WC.

Jetzt kam das schönste am Umbau. Ueber der Küche, wo die Decke angehoben worden war hatten wir jetzt eine Galerie wo 2 Gästebetten, mein Nähtisch und der Bügeltisch schön Platz haben. Ueber dem jetzt freigelegten Wohnzimmer, welches nun zirka 3.8 Meter hoch war bauten wir an der Ost-, Süd- und Westwand entlang, mit alten Raven vom Dach (gefegt, geschliffen und lackiert) eine 80 cm breite Laube und benutzten dazu auch wieder die alten Bretter welche wir vorher grad weggenommen hatten. Dann noch ein Geländer aus Armierungseisen. Dies wird ja rostig gekauft. Die Arbeit vom entrosten, Rostschutz anpinseln und danach noch rot lackieren war mühsam und lang – nie mehr! Die Deckenbalken zwischen den alten Zimmern durften wir natürlich nicht entfernen, das Haus muss ja ein Skelett behalten! Diese Balken haben wir geputzt und lackiert und wir sind sehr zufrieden mit dem Resultat. Siehe Fotos...

Rolf hat auch in diesem Zimmer, welches jetzt auf der Frontseite 2 übereinanderliegende Fensterreihen hat und auf der Seite 3 Fenstertüren, alle Fenster selbst gemacht und die Isoliergläser eingebaut (ausser der Fenstertüre welche geöffnet werden kann). Die oberen Fenster waren nun ein Problem zum putzen von aussen. Dies wurde gelöst indem uns der Schmied vom Dorf grosse Eisenringe mit angeschweissten Schrauben anfertigte und jetzt prangt zwischen jedem Fenster ein Eisenring. Daran kann ich mich, wenn ich zum Fensterputzen auf der Leiter stehe, mit einer Hand komfortabel festhalten und auf der Hausfassade sieht dies sehr dekorativ aus. Bloss wurden wir schon gefragt ob da früher wohl die Pferde so hoch angebunden worden seien – man weiss nie, vielleicht gab es hier mal eine Giraffenzucht?!

Da kam der Augenblick welcher uns verraten sollte ob sich die Mühe mit dem alten Boden gelohnt hat. Ich versiegelte ihn. Teurer Lack, welcher in mehreren Lagen, immer in Intervallen von 24 Stunden angebracht werden sollte. Da mussten wir einfach 3 Tage reservieren. Kein Besuch, kein Staub und immer wieder der Gestank. Den ersten Anstrich habe ich am Abend gemacht, da haben wir schlecht geschlafen und morgens war eine Kopfschmerzentablette angesagt. Die nächsten Anstriche haben wir immer morgens angebracht und am Tag die Arbeit draussen verrichtet. Die Ueberraschung war perfekt: Der Boden glänzte jetzt honiggelb bis orangebraun. Wunderschön. Wir brachten es beinahe nicht übers Herz später endlich unsere Orientteppiche, welche seit anderthalb Jahren im Schopf eingerollt warteten, draufzulegen und einen Grossteil der Fläche zuzudecken.











Da Rolf jetzt endlich seine Kanapees und diversen Sachen zügeln wollte nahmen wir Mass und siehe da, neben dem Kachelofen, vor der alten, schönen, Wand war Platz für sein Kanapee im Landhaus-styl. Aber jetzt blieben nur noch 80 cm. Eine Treppe fürs Obergeschoss musste auch noch eingebaut werden. Eine gerade Treppe hätte bis über die Hälfte ins Zimmer geragt und für eine runde Treppe war kein Platz. Die Lösung war ein Lift! Zuerst als Utopie abgetan hat Rolf plötzlich nachgedacht und setzte sich an den Zeichnungstisch. Und es ging ruck-zuck. Ein Vogelkäfigähnliches Gestell aus Eisen hat er in Auftrag gegeben. Mit Laufschienen an den Wänden und unserer Seilwinde auf dem Estrich haben wir jetzt einen Lift mit Bänklein (Bänklein weil die Küchendecke angehoben wurde und die Galerie darob jetzt nur noch 1.7 Meter Raumhöhe aufweist). Würde nun jemand stehend im Lift nach oben fahren, würde er oben zuerst den Kopf in die Decke rammen! Deswegen, sitzen bitte schön!!

Dies war nun der Abschluss für den Sommer 2008. Wir gehen wieder in den Süden an die Wärme und im Frühling, nach unserer Rückkehr bauen wir weiter. Ich denke bis halb in den Sommer 2009 hinein haben wir noch zu tun. Die Bauversicherung habe ich jedenfalls bis August 2009 verlängert.

Tschüss bis nächsten Frühling....

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13. November 2008 4 13 /11 /November /2008 22:32
Aus dem warmen Süden zurück, schon wieder mit einem runden Keramiklavabo, bauen wir wieder weiter.

Die gute Nachricht: das ganze Haus den Winter durch auf 18 Grad geheizt (November bis Ende März), hat uns an Elektrisch nur 400 CHF gekostet. Der Rest kommt bei Luft-Wärmepumpe ja aus der Luft. Und diese ist bis jetzt noch gratis!

Schlechte Nachricht: ein Mäuschen hat sich durch das klitzekleine Wasserabzugloch im Kühlschrank gefressen. Es hat einfach die Isolation und den Plastik ausgenagt bis ein zirka 2 cm grosses Loch bestand und da konnte es dann die unangebrochenen Milch-, Kaffeerahm- und Margarinepackungen anbeissen und die auslaufende Flüssigkeit trinken. Was ungetrunken in den unteren Schrank lief stank dann fürchterlich und im Kühlschrank war der säuerliche Geruch samt Schimmel schrecklich. Nächsten Winter legen wir Teller mit Mäusegift in der Wohnung aus. Aber bis dahin ist ja dann auch der Wohnteil komplett saniert und Mäuschen können nur noch durch offene Türen und Fenster reinspazieren!

Wir legten gleich los und isolierten die Decke der Tenne und Küche. Wieder mit Schafwolle welche wirklich nicht einfach an die Decke zu kriegen ist. Aber mit Humor und ab und zu ausruhen damit die lahmgewordenen Arme wieder runterhängen durften, haben wir es geschafft. Die Decke haben wir dann auch super drangekriegt. Jedoch hat diese Arbeit mindestens 2 Wochen gedauert (wovon immer einige Tage abgezogen werden müssen weil wir sehr gerne Besuch empfangen und da ruht jeweils die Arbeit).

 Das nächste, aufwändigste, war danach das Fliesen der ganzen Fläche. Haben uns da die Knie, Hüfte und eigentlich alles geschmerzt! Wir sind halt doch nicht mehr die Jüngsten und tagelang in der Hocke Fliesenkleber auftragen, Fliesen schön flach und mit immer demselben Abstand verlegen ist schlimm. Und jedes Zimmer hat etliche Ecken und Eckchen und jedes Mal mussten die Fliesen noch nach Mass zugeschnitten werden. Endlich fertig, in ein paar Tagen noch das Ausfugen und danach putzen, putzen, putzen. Der Grauschleier geht ja nie weg und eigentlich war es erst sauber und glänzend als ich die ganze Fläche trocken mit einem rauen Tuch feste abrieb und danach den Staub aufsaugte!

 Zwischen Küche und Wohnraum hatten wir noch 2 Mauern hochgezogen und es sollte ein Gäste-WC geben. Da wir etwas grössere Menschen sind haben wir die Toilette etwas höher eingebaut. Dies ist sehr praktisch wenn man Rückenschmerzen hat und auch meine über 90jährige Mutti kann besser wieder aufstehen. Besuch mit Körpergrösse unter 1.65M reklamiert aber jedes Mal „ob Gäste bei uns totstürzen sollten“. Die Ablage worin das spanische Lavabo eingelassen ist haben wir aus einem alten, 5cm dicken Brett angefertigt. Kein Schreiner würde uns ja ein Möbel mit echten 100jährigen Wurmlöchern liefern wollen. Gehobelt, geschliffen, entwurmt und lackiert sind diese Hölzer Prachtstücke! Zum Lichtbewegungsmelder haben wir auch ein kleines Radio angeschlossen. Jetzt erschrickt jeder wenn er die Tür öffnet und Licht und Radio zur selben Zeit einschalten. Beim Verlassen der Toilette fragt jeder 2. Besucher wo man nun Licht und Radio löschen kann.

 Rolf hat sich dann entschlossen unsere Wände selbst zu gipsen. Wenn es nicht klappte hätten wir immer noch den Fachmann rufen können um zu retten was noch zu retten war. Anfangs ging er forsch drauflos und kippte gleich einen halben Sack Gips in die Schubkarre und fügte ein wenig Wasser hinzu. Danach kam der Hilfeschrei – was ist zu tun wenn es einen grossen Klumpen gibt? Wir haben Wasser zugegeben und ich rührte endlich mit meinem seit 35 Jahren gut funktionierenden Rotel-Mixer. Nach 5 Minuten gab er den Geist auf und ich hatte ein Küchengerät weniger. Der Riesenklumpen Gips wurde dann entsorgt und wir haben neuen Gips in kleineren Portionen angerührt. Aber umgekehrt: zuerst Wasser und dann Gips unter ständigem Rühren (so bereitet man ja auch Saucen zu in der Küche, nicht?) Da konnte Rolf loslegen und ich staunte nur noch: es klappte!!

 Aber schön ist es geworden. Eigentlich war da die Küche und ein Teil des Wohnraums endlich beinahe fertig und wohnlich.

 Für die grossen Fenster in der Tenne passten zum Glück die Vorhänge von meinem letzten Haus (sie brauchten nur in Länge und Breite umgenäht werden). Auch diejenigen im Büro und Schlafzimmer konnten umgenäht werden und passen.

 Die Fassade des Hauses, welche vorne fleckig war, auf der Nordseite unten grau und oben von der früheren Rauchküche schwarz, habe ich versucht zu fegen, bürsten und sogar mit Chemikalien zu putzen. Ein titaneskes Unterfangen und endlich habe ich mich überzeugen lassen, dass Sandstrahlen vielleicht doch nicht so teuer sei wie ich es mir vorstellte. Es passte mir aber nicht, da ich ja meine Zeit in die Renovation dieses Hauses stecken wollte und nicht Fachgeschäften Aufträge erteilen, dies ist zu einfach! Aber hier musste ich klein beigeben und das Resultat war und ist überwältigend. Auch eine Innenwand, welche hässlich aussah, wurde sandgestrahlt. Ich denke es war die schlimmste und hässlichste Wand im ganzen Haus. Aber da wir alle Aussenwände isolierten, sah man diese danach nicht mehr. Und diese Wand war die einzige Innenwand welche bleiben konnte. Rolf und Besucher haben die Wand den ganzen Sommer über kritisiert, aber ich hatte sie liebgewonnen wie ein geerbtes Bild. Als ich beinahe nachgab, habe ich noch als letztes versucht sie zu lackieren, tant pis, 1 Liter Lack und man wird sehen. Die Ueberraschung war dann gewaltig, die Wand wurde sehr schön und die groben Unebenheiten hoben sich noch mehr hervor. Jetzt bemerkte man plötzlich dass die alte Wand aus Brettern eines sehr alten und sehr ausgelaufenen Fussbodes gemacht worden war. Dieses rare Stück gebe ich nicht mehr her und überdeckt mit Platten oder dergleichen wird überhaupt nichts! Oben und in den Ecken sind auch noch die alten Mauselöcher zu sehen. Die führen jetzt aber nicht mehr irgendwohin.

Plötzlich haben wir bemerkt dass die Visitenkarte unseres Hofes eigentlich der Schopf war, welcher etwa 50 Meter vor dem Haus an der Anfahrt steht. Der Schopf war sehr hässlich. Alte Fenster waren an der Aussenseite angebracht. Oben ein schräges Tor einfach aus der Wand gesägt und wieder zugenagelt. Die Westseite, welche dem Besucher „Guten Tag“ oder „Auf Wiedersehen“ wünscht, hatte fehlende Bretter in der Wand und Löcher wo anscheinend Hühner oder dergleichen ein und aus gegangen waren. Dies musste geändert werden, was nützt ein schönes Haus wenn im Vorgarten eine Vogelscheuche steht!



 Wir haben uns darangemacht alles kaputte und morsche wegzunehmen. Dabei haben wir die Bauernzeitung der Schweiz von anno 1914 bis 1920 als Isolation gefunden, mit Adresse an unseren Nachbarn. Telefonnummern waren damals noch 2- oder 3-stellige Zahlen! Die alten Bretter von der Aussenwand des Stalls haben wir wieder aus dem Haufen rausgesucht. Die waren in einem schlimmen Zustand nach einem Winter draussen an einem Haufen, ganz seifig und grau. Aber mit Seifenlauge gefegt und an der Sonne getrocknet hatten sie wieder die silbergrau-braune Patina und dazu noch die ausgewaschenen Jahrringe. Damit haben wir die Fassade wieder komplett und uniform geschlossen. Die Südwandfenster haben wir durch einige alte Fenster vom Bauernhaus ersetzt und innen angeschraubt. So musste Rolf zwar Fensterbretter anbringen, aber der Schopf sah gleich sehr freundlich in die Gegend und bekam gleich auch noch einen Geranienstock pro Fenster.

Die Westseite haben wir fotografiert und kritisch angeschaut. Es stimmte etwas nicht – die Proportionen! Da er am Hang steht, hat er 3 Etagen und ist somit höher als breit. Eine Laube (Balkon) musste her, aber wie wenn man keine Zeit und Lust hat Balken rauszuziehen? Dann hatten wir die Idee dass man eine Laube, wenn sie nicht unbedingt benötigt wird, doch aufhängen kann. Bei der Alteisenannahme hatte ich dicke Ketten gesehen. Bloss wollte der Händler diese mir nicht verkaufen weil sein Chef anscheinend Ketten sammelt (deswegen waren sie sehrwahrscheinlich auch fein säuberlich an einem separaten Haufen). Scheu fragte ich meine immer nette und hilfsbereite Nachbarin ob sie nicht wüsste wo man rostige Ketten kriegt. Welch Glück – sie hatte welche und meinte diese seien nicht mehr zu gebrauchen mit den modernen und starken Landwirtschaftsfahrzeugen. Ich durfte dann 14 kg Ketten (!) holen und wir haben die Laube (auch aus denselben alten Brettern wie die Fassade) gebaut, schöne Ausschnitte rausgesägt und sie anhand der langen Ketten an die Dachbalken aufgehängt. Wir haben uns dann noch 3 Paar alte, grüne Fensterläden besorgt und halbgeschlossen an die Fassade geschraubt. Der genauen Betrachter merkt plötzlich dass hinter der Laube mit Fensterläden gar keine Fenster sind. Top sieht das aus und wir wurden schon gefragt wer denn jetzt in dem Häuschen wohnt.

Hinter dem Haus war bei der Einfahrt so viel Erde weggegraben worden dass alles einzustürzen drohte. Die in die Erde eingelassenen Bretter neigten sich schlimm nach vorne. Da hatten wir uns im vorigen Jahr entschlossen den Aushub unter dem Küchenboden nicht entsorgen zu lassen, sondern das Material an diese einzustürzende Stelle zu karren. Einige alte Balken davor als Mauer und noch einige Schubkarren Erde drauf und schon hatte ich ein schönes Hochbeet wo ich Gemüse anpflanzen kann ohne mich zu bücken - bitte schön! Sogar meine betagte Mutter setzt sich auf die Balkenmauer und bewundert Blumen und Gemüse. Ich freue mich auf die Zukunft wo ich dann mit mehr Zeit, Zweige, Gras, Mist und Erde draufschichten kann – so wie es im Buch steht eben!

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11. November 2008 2 11 /11 /November /2008 17:40

Welche Arbeit und wie viel Unerwartetes uns da entgegenkam in den Wänden: so grosse Wespennester von 1 Meter auf 50 cm kann man sich gar nicht vorstellen. Auch Mäuse haben während 2 Jahrhunderten ihre Spuren hinterlassen. Das Abenteuer waren dann in einer Wand eine Kolonie Fledermäuse. Da diese geschützt sind haben wir die Bretter halbentfernt stehen lassen um nicht zu stören. Abends wussten aber die Fledermäuse nicht ob sie jetzt bei Dunkelheiteinbruch nach draussen oder ins Zimmer wo nur der TV-Apparat lief, fliegen sollten. Rolf hat sie dann eingefangen und nach draussen getragen. Fledermäuse, welche auf dem Boden sitzen kann man leichter einfangen, da sie Mühe haben wieder hochzufliegen. Aber beim ins Bett gehen im Obergeschoss flogen da noch welche im Schlafzimmer herum und wir mussten zuerst alle Fenster öffnen damit sie rausfliegen konnten. Dies wiederum hat uns aber einige sehr lästige Stechmücken ins Zimmer gebracht. Na ja, wir haben es mit Humor genommen und doch gut geschlafen.

Um Wände rauszusägen in einem so alten Holzhaus mussten wir wieder den kompetenten Zimmermann herrufen. Wir wollten ja nicht nach soviel Mühe ein Haus welches sich plötzlich auf die Seite zur Ruhe legt. Mit seiner Hilfe und Rat ging’s dann weiter. Wände, Küche und altes Bad raus. Wieder kamen fleissige Männer und schaufelten den Boden in der alten Küche auf 40 cm aus (die Küche war nicht unterkellert) und nach einbringen von Beton, Wasser- und Abwasserleitungen, elektrischen Leitungen durften wir wieder auf den Knien verschiedenes Isolationsmaterial in 3 Schichten anbringen. Nochmals Bodenheizungsrohre und wieder die „Suppe“ welche nach aushärten „Unterlagsboden“ heisst.

Da, nach Vorschrift vom Raumplanungsamt, eine Einfahrt gebaut werden musste, hat Rolf darunter als Fundament einen Raum gemauert worein dann die Heizung, der Elektrokasten und an einer Wand sogar noch die Chromstahl-Abdeckung der alten Küche passte. Unter die Abdeckung mit Spülbecken passte auch noch gleich die Waschmaschine und Warm- u. Kaltwasser in dem Raum zu haben ist super.




Darüber hat Rolf, er fühlt sich schon wie ein Zimmermann aus dem Mittelalter, Pläne gemacht für die Einfahrt. Wir haben uns daran gewagt, da wir schon (eigentlich Rolf zu 80 % und ich Handlanger zu 20 %) ein Vordach an der Ostseite des Hauses alleine angebracht hatten. Und alles aus alten Balken bitteschön!!

--Holztransport mit PW

Auf diese Weise verwenden wir die Balken vom Dachstuhl wieder. Sie sind alt, aber noch gut erhalten und werden durch fegen mit Meister Proper und danach schleifen, schleifen und nochmals schleifen sooo schööön! Nachdem Rolf alle Balken zugeschnitten hatte fingen wir an aufzurichten. Aber den Firstbalken, welchen Rolf durch ein Loch (wir hatten einige Ziegel im Dach entfernt) im Dach auf einen Balken im Dachstuhl mit Riesenschrauben befestigen sollte, vermochte ich aussen nicht hochzustemmen und geschweige dann auch noch in Balance zu halten. Mit Hilfe Rolf’s Schwager und Schwester haben wir es dann geschafft und waren mächtig stolz.


Jetzt musste wieder der Dachdecker her damit die Uebergänge zum Hausdach auch professionel gemacht wurden. Auch die Ziegellattung und Ziegel wagten wir uns nicht selbst anzubringen. An den Ecken und Enden ist dann doch ein know-how gefragt das nicht jeder hat. Da ich aber schon lange keine Zeit mehr hatte zu zeichnen oder zu sticken musste etwas Kreatives geschehen. In einem Zeichenblock auf Hüselipapier schrieb ich den Namen unseres Hofes und besprach mit dem Dachdecker ob er nicht eine Anzahl dunkelbraune Ziegel bestellen könnte und auf der Talseite des Hauses diese austauschen könnte damit der Name auf dem Dach erscheint. Er hat das Spiel mitgespielt und jetzt prangt auf unserem Dach der Name des Hofes hier.


Das war dann ein Punkt wo wir endlich ins schön gelb-weiss gestrichene und eingerichtete Schlafzimmer und Büro einziehen konnten und auch das neue Bad benutzen durften. Die Küche existierte ja nicht mehr und mein Kochherd stand jetzt draussen unter dem Vordach. Vorräte und Geschirr standen auf 2 Campingtischen und in Kartons. Abwasch war am Brunnen. Aber wenigstens konnte ich im neuen Bad heisses Wasser holen. Das ganze wurde pikant als der Holzertrupp, welche in unserem Wald diesen Winter einen Holzschlag machte, bei uns jeweils das Mittagessen einnahm. Oft regnete es und manchmal schneite es und die Schneeflocken flogen um die Pfannen. Der Elektroherd hat das nur halb überstanden, nach etwa 1 Woche funktionierten nur noch die hinteren 2 Herdplatten und der Backofen. Die vorderen hatten Regen und Schnee nicht ausgehalten und ein Kurzschluss hat sie totgekriegt.

Kochen im Schnee





                und Geschirrspülen


Zwischendurch mussten wir uns im Haus die Finger wärmen, aber die Holzfäller haben trotzdem jeden Tag ein richtiges Essen auf den Tisch gekriegt.






Da der Boden jetzt genügend getrocknet war dass man darauf gehen konnte mussten wir weitermachen. Die leeren Zwischenräume der Wände zwischen den Pfosten haben wir mit dicken Brettern, zugeschnitten, ausgefüllt, damit keine Wespen und Mäuse dort weiterhin hausen und herumspazieren können. Darauf kamen innen 12 cm starke Hölzer und dazwischen die 12 cm dicken Schafwollmatten. Das heisst: 18 cm Holz und 12 cm Schafwolle. Darauf die Innenwände. Wir denken das genügt, ein Minergiehaus wollen wir ja nicht, sonst muss noch ein spezielle Lüftung eingebaut werden.


Der Leser hat vielleicht schon gemerkt dass wir so viel wie möglich selber zu machen wünschten, weil wir Spass daran haben. Die Küche war ein Problem. Jeder Schreiner liefert die Küchenmöbel schon vorgefertigt und baut sie auch noch ein. Ein Schreiner erwiderte auf meine Bitt, dass ich alles selbst zusammenfügen und einbauen möchte: „ja dann muss ich ja alle Schrauben und Scharniere abzählen und schlussendlich passt es dann doch nich“! Wir haben uns schweren Herzens entschieden eine Küche von einem grossen schwedischen Möbelhaus zu bestellen. Dies sind die einzigen welche uns den Spass lassen alles selbst „zusammenzuschrüblen“.

Im Endeffekt müssen wir der üblichen abschätzigen Meinung diesen Möbeln gegenüber widersprechen. Nachdem ein Berater vor Ort unsere Küche im PC berechnet und zusammengestellt hatte, druckte er uns eine „Pflückliste“ aus anhand welcher wir im Lager schlussendlich gegen 150 Pakete in den verschiedenen Abteilen zusammensuchen durften. Unsere beiden Autos waren zum Bersten voll mit flachen Kartonschachteln verschiedener Grössen. Nach 2 Fahrten hatten wir nun unsere Küche hier im Ringgis.

Jetzt hiess es: Ganz ruhig, alles sortieren, bei jedem Karton zuerst alle Schrauben, Nägel, Holzdübel und Scharniere in ein Dessertschälchen tun damit man weiss was zu was passt. Natürlich haben wir manchmal ein Teil falsch zusammengeschraubt, aber wenn man cool bleibt und sich nicht aufregt (übertriebener Kaffeegenuss verboten) liest man eben die Gebrauchsanweisung noch mal, schaut sich die Skizzen ganz genau an und fügt alles nochmals, und diesmal richtig, zusammen. Wir haben die 8 Unterschränke, 3 Oberschränke und 5 Hochschränke (mit Kühlschrank samt Spezialscharniere, Ausziehschrank, Hochschrank mit Backofen und Mikrowelle, Hochschrank mit Tiefkühler auch wieder mit Spezialscharnier) und dann Keramikkochfeld, Abwaschmaschineneinbau und Spülbecken hinter uns gebracht ohne Tränen und Zornausbrüche. Geflucht wird sowieso nicht!







Küche vor und nach Renovation


Mitte Dezember 2007 hat der Elektriker die Küche angeschlossen und auch die Bodenheizung lief super. Da hat Rolf entschiede, dass jetzt genug sei und wir haben die Heizung auf 18 Grad zurückgestellt, das Haus abgeschlossen und sind mit dem Auto nach Südspanien gefahren um den Winter bei Sonnenschein zu geniessen. Die Rückkehr hatten wir für den Frühling festgelegt. Ich Ende März und Rolf Ende April. Er findet Aprilwetter in der Schweiz schrecklich und ich möchte, wenn ich schon die Schneeglöckchen und Krokusse verpasse wenigstens die Aprilglocken blühen sehen.

Und dann musste im Sommer 2008 ja noch der ganze alte Wohnteil renoviert werden.

Bis bald.... 

 

 

 

 

 

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11. November 2008 2 11 /11 /November /2008 10:53

Rolf hat Pläne gezeichnet und Berechnungen angestellt und wir haben uns entschieden im Frühling 2007 in dieses alte („erhaltenswert“ katalogisierte) Haus einzuziehen und es von Grund auf zu sanieren.   

Wir mussten akzeptieren dass Direktiven vom Raumplanungsamt eingehalten werden müssen. Die Dachform muss so bleiben wie vorher Die Einfahrt, welche wir nicht mehr benötigen, muss auch wieder gebaut werden damit das Ganze aussieht wie ein Kleinbauernhaus. Der Dachvorsprung darf nicht verkürzt werden. Damit mehr Licht einfällt haben wir uns halt entschieden keine Traufen anzubringen. Wunderschöne Regentropfen-Perlenschnüre bei jedem Ziegel sind das Resultat wenn’s regnet. Die Fenster müssen genau wie früher Sprossen haben und die Scheibe in 6 Scheibchen teilen. Da sind wir einverstanden, dies sieht sehr hübsch aus.

Wir zogen gleich hier ein damit wir nicht jeden Tag Zeit verloren, auf die Baustelle zu kommen und zugleich damit wir immer vor Ort waren wenn die Handwerker da waren und etwaige Fragen hatten. Was schief lief konnte gleich korrigiert werden.

Erste Arbeiten: Im Stall, Vor- und Nebenräumen musste alles raus und die Wände abgerissen werden. Da holten wir doch Hilfe. Bretter konnte ich ja auch abreissen und draussen auf einen Haufen legen, aber die Deckenbalken des Stalls waren dann doch zu schwer. Ein tüchtiger Herr wurde uns vom Arbeiterhilfswerk geschickt.









vorher   -   nachher--------------------

Derweil hat eine Baufirma vom Dorf Eggiwil (im tiefen Oberemmental) schon Arbeiter mit Maschinen geschickt und der Terrassenrand am Haus entlang wurde mit dem Kompressor aufgebrochen damit die gefaulte Holzschwelle des Hauses frei lag. Auch die Tenne (Raum zwischen Stall und Wohnteil in Bauernhäusern) wurde aufgebrochen und das Geröll rausgeschafft. Die Mauer des Stalls und Betonkrippe mussten auch weichen. Ich habe die Arbeiter bewundert, da sie ja so schwere Arbeit jeden Tag während 8 Stunden ausführen.




Tenne-
dann Baustelle und jetzt Wohnraum








Und schon kam der Sanitärinstallateur von unserem Dorf und legte Wasser- und Abflussrohre, derweil die Maurer schon einige Wände hochzogen. Die Mauerlöcher im Stall mussten ausgefräst werden damit alle Ost-Fenster dieselben Dimensionen bekamen. Es ging Schlag auf Schlag und die Zimmerei (wohlbekannt durch gut ausgeführte Arbeiten an älteren „erhaltenswerten“ und sogar „denkmalgeschützten“ Häusern) setzte schon die Balkenlage der Decke über dem Stallteil welcher jetzt Schlafzimmer-Büro-Bad wurde.










Stall - dann in Arbeit - Resultat:Büro


Wir mussten schnell den Boden auf der Bühne und Tenn anbringen damit die Dachdecker welche angesagt waren dann auch Boden unter den Füssen hatten, oder besser gesagt: falls einer gefallen wäre, dann doch nicht gleich 8 Meter in die Tiefe. Werkzeug war so auch gleich zur Hand.

Derweil konnten wir einem Spektakel ohnegleichen beiwohnen. Die Hausschwelle war vermodert da eine im vorigen Jahrhundert angebrachte Terrasse höher als die Hausschwelle war und bei jedem Regen das Wasser die Wand nässte. Unsere Zimmermänner haben mit zahlreichen Balken und Winden die nordwestliche Hausecke zirka 8 cm angehoben. Die Wände wurden sorgfältig zusammengeschraubt damit auch die ganze Wand angehoben wurde und nicht nur die oberen Balken. Die Fenster klirrten und in der Küche öffneten und schlossen sich alle Schranktüren zugleich. Danach klemmte auch jede 2. Tür, aber egal: wir freuten uns dass die Arbeiten so flott von sich gingen. Unser Zimmermann hatte auch ein Tempo drauf: er arbeitet meistens im Laufschritt, da wird man schon müde beim zuschauen! Ein paar Wochen hatten wir dann zwischen Boden und Wänden einen 8 cm Spalt und beim Frühstück besuchten uns die Wespen. Ob Mäuse ein und aus gingen wissen wir nicht und wollten es auch gar nicht wissen, schliesslich hatten wir eines abends schon Fledermäuse im Wohnzimmer gehabt!

Nun waren wieder wir zwei, Rolf und ich, fleissig. Eine Firma, deren Initialen früher für Genossenschaft für landwirtschaftliches Bauen standen, lieferte Bodenisolation und spezielle Wandisolation. Dazu kam 1 Std. ein Spezialist und unterrichtete uns wie die Isolation zugeschnitten und angebracht werden musste. Die Zuschneidemaschine und Werkzeug stellte diese Firma zur Verfügung. Wir waren Feuer und Flamme und arbeiteten von morgens bis abends. Schade dass es eigentlich den ganzen Sommer 2007 regnete. Wir mussten immer wieder die Fensterlöcher mit Plastik zukleben damit im Raum nicht alles nass wurde und die Wände sollten ja auch trocknen. Kalt war es auch, aber im alten Wohnteil funktionierte zum Glück der Kachelofen und wir genossen es abends (oder manchmal schon mittags) drauf zu sitzen und uns schön durchwärmen zu lassen. Ob das gesund ist, auf einem Ofen zu „braten“ wissen wir nicht!

Dann kam es ganz dick: Der Zimmermeister und Dachdecker haben sich zusammengetan und meinten dass die Arbeit mit Hilfe eines Krans besser vorangehe. Da stand nun plötzlich auf unserem emmentaler Hügel ein hoher kanariengelber Kran. Und es ging los. Die Dachdecker, ein fleissiges Unternehmen vom Trub, deckten in einer Windeseile das Dach beim Stallteil ab und die Zimmermänner sägten die Dachkonstruktion auseinander damit der Kran alles abheben und hinter dem Haus auf einen Haufen „legen“ konnte. Das war dann später ein Geschenk für uns beide. Rolf und ich haben tagelang alte Balken auseinandergesägt und aufgeschichtet. Bei jedem Balken den man aus dem Haufen zog mussten wir aufpassen damit nicht gleich noch 2-3 nachrutschen oder der ganze Haufen auf die Seite fällt. Rolf hat dann, wegen einem „wildgewordenen“ Balken, doch noch Schrammen von dicken Nägeln auf den Rücken gekriegt und das t-shirt hatte lauter Löcher. Hatte ich einen Schreck!


Dann sah man wieder was eingespielte Teams ausmachen. Die Zimmermänner richteten den Dachstock über dem Stallteil auf und derweil deckten die Dachdecker auch den Hausteil ab damit die dortigen „Raven und Pfetten“, oder wie das alles heisst, auch ersetzt werden konnten.


Das Wochenende kam und Regen war wieder mal von der Partie. Im Schlafzimmer mussten wir die Betten von der Wand wegrücken weil das Regenwasser durch (die vielleicht nicht mehr ganz dichten) Blachen auf dem Dach durchsickerte und durch den Estrichboden an der Wand runterlief. Am nächsten Tag habe ich dann mit Schrecken entdeckt dass ein Stockwerk tiefer die Nähmaschine und Neuenburger-Pendule braunverspritzt waren. Na ja, die Nähmaschine funktionierte nach akribischem Abtrocknen noch und die Pendule sieht halt ein wenig mehr nach „antik“ aus.

Montags gings weiter, und plötzlich sollte der „Ortladen“ angebracht werden. Wir baten die Dachdecker dies erst am nächsten Morgen zu tun und so sägten wir den ganzen Abend, mit 2 Stichsägen bewaffnet, in zirka 10 m1 Bretter den „laufenden Hund“. Dies ist eine schöne Verzierung welche man an den meisten Berner-Bauernhäusen sieht. Danach wurden die letzten Ziegel aufs Dach verlegt und unser Haus sah ganz ordentlich aus.

Und schon war der 8. Juni 2007. Das Dach war fertig. Im Haus haben wir emsig weiter isoliert. Der Sanitärinstallateur und der Elektriker haben Rohre und Leitungen gezogen und es wurden die Rohre für die Bodenheizung (Luft-Wärmepumpe) gelegt. Dann kam ein Betonwagen mit einer dünnflüssigen Masse welche einfach in die Räume gepumpt wurde und das heisst dann: Unterlagsboden, schön eben und horizontal da das ganze ja flüssig eingebracht wird. Wir vertrauen dem Heizungsinstallateur dass die Rohre ewig dicht bleiben, sonst braucht es dann einen Presslufthammer um alles freizulegen. Schrecklich, nicht auszudenken!!


Nach eingehaltener Trockenzeit des Bodens konnten die Wände gegipst werden.

Aber vorher, welche Qual wenn man plötzlich bestimmen muss wo und wie viele elektrische Steckdosen und Lichtschalter vorgesehen werden müssen. Aber die Elektriker hatten Geduld und halfen mit gezielten Vorschlägen. Ich weiss noch jetzt nicht ob wir einfach Glück hatten oder ob dies die Regel ist: jedes Mal wenn wir wieder ein Stück oder ein Zimmer weiter waren kamen die Elektriker innert 1-3 Tagen. Das war super, man hört ja so oft dass man die Handwerker nicht ins Haus kriegt wenn man sie benötigt.

Der Schreiner, auch ein Unternehmen vom Dorf Eggiwil, hat dann schon begonnen Fenster anzufertigen und einzusetzen. Endlich kein Durchzug mehr bei Regen! Bei schönem Wetter wars ja erwünscht damit die Wände und Böden nachtrocknen.

Und Rolf hat sich spezialisiert auf Fensterbau. In jedem Zimmer haben wir, ausser den 4 Glastüren im Haus, ein Fenster vom Schreiner damit man lüften kann. Für die anderen Fenster im Erdgeschoss hat der Schreiner die Holzprofile am Meter geliefert und Rolf hat die Rahmen im Schopf, wo er eine schöne Werkstatt eingerichtet hatte, zugeschnitten, geleimt und gestrichen. Das doppelte Isolierglas wurde separat geliefert und in die schon eingebauten Fensterrahmen eingesetzt und mit den, wiederum vom Schreiner gelieferten, passenden Leisten fixiert. Zum Fensterputzen ist es ja einfach von innen zu putzen und dann die Aussenseite von aussen. Die finanzielle Einsparung durch diese selbstgebauten Fenster ist doch gewichtig.

Die Isolation im Stallteil musste, wegen den Mauern und damit kein extra Lattenrost angebracht werden musste, mit Styrofoam gemacht werden. Aber die Decke und den ganzen vorderen Hausteil (Tenn und alter Wohnteil) haben wir mit Schafwolle, welche speziell für solche Zwecke zubereitet wird, isoliert. Von vielen Leuten ernten wir ein mitleidiges Lächeln, aber ich habe schon ein Haus mit Schafwolle isoliert. Das Anbringen ist superpraktisch: kein jucken und beissen an Händen und Armen. Bloss an der Decke kommt man ins Schwitzen bis die weichen, 12 cm dicken Matten oben angetackert sind. Nachteil: teurer als Glas- und Steinwolle. Vorteil: keine Dampfsperre da Schafwolle bis 30 % Feuchtigkeit aufnehmen kann und wieder abgibt. Da Dampfsperre nicht billig ist spart man sich bei Schafwolle die Dampfsperre und die Arbeit diese anzubringen! Der Dämmwert von Schafwolle entspricht auch demjenigen von Glas- oder Steinwolle.

Nachdem der Stallteil nun in ein schönes Schlafzimmer, Büro und Bad umgebaut waren (Apparate im Bad hat Rolf selbst eingebaut, ich habe gefliest und aus einem alten Brett nach langem hobeln, schleifen und lackieren einen schönen 3 Meter langen Waschtisch gemacht, das geblümte Lavabo hatte ich im Frühling schon von einer Reise nach Mexiko im Handgepäck zurückgebracht) konnten wir anfangen im alten Wohnteil Wände und Böden rauszureissen.

Was weiter geschah kommt in den nächsten Tagen...

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9. November 2008 7 09 /11 /November /2008 22:56

Unser altes Bauernhaus aus anno 17.. ? stand und steht zwar fröhlich auf einem Emmentaler Hügel in derselben Gemeinde wie das berühmte "Sahleweidli", aber das Dach rutschte ab und alles wurde schief.

Es tat uns leid es so weitervegetieren zu lassen, zumal das Hausbänklein uns erlaubt die wunderbare Aussicht auf Eiger-Mönch-Jungfrau zu geniessen.

Wir entschlossen uns, es sanft zu renovieren damit es stilgerecht wieder stolz ins Tal schauen darf.

Bild oben: 2006

Bild unten: Herbst 2008 (erster  Schnee im Oktober!)

 

Bald werden Fotos und Bericht folgen um zu zeigen wie der Umbau vor sich ging.

Bis bald...

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